Durchgegorene Weine
Liebe Weinfreunde!
Bevor Sie unseren Wein bestellen oder trinken, sollten Sie zunächst
etwas über die Philosophie unseres Weingutes erfahren.
Seit je her werden bei uns alle Weine „naturrein" ausgebaut. Das
heißt, dass nie ein Wein mit Zucker angereichert wird, immer durchgären
darf und ohne Süßreserve-Zusatz abgefüllt wird. Naturreine Weine
sind deshalb je nach Jahrgang mal mild und harmonisch, oft aber
auch herb und lagerungsbedürftig.
Mit dieser Ausbau-Philosophie erhält man zwar keine modernen, gefälligen
Weine, dafür aber ehrliche und charaktervolle Weine, die für ihre
Bekömmlichkeit bekannt sind.
Was wir von den neuen Oenologischen Verfahren wie Mostkonzentration,
Aromatisierung usw. halten, können Sie sich bestimmt denken.
Festhalten werden wir auch weiterhin an der alten fränkischen Regel,
Weine nur bis zu 4 g/l Restzucker als trocken zu bezeichnen, auch
wenn dies bis zu max. 9 g/l RZ erlaubt ist. Die Angabe auf dem Etikett
ist deshalb nicht nur für Diabetiker eine sinnvolle Information.
Wir hoffen, dass dies alles auch in Ihrem Sinne ist.
Herzliche Grüße aus Randersacker
Ihre Trockenen Schmitts
Familien Paul & Bruno Schmitt
Randersacker: Weingut Trockene Schmitts
Wenn sich Unternehmen zusammentun, kann das zu Synergieeffekten führen.
Der Zusammenschluss der Weingüter von Paul und Bruno Schmitt
hatte eine Geschmacksbereicherung zur Folge. Entgegen dem Trend, die
Eigenständigkeit des Frankenweins für einen austauschbaren
Modegeschmack mit opulenten, auf vordergründige Frucht getrimmten
Ergebnissen zu opfern, war die Vereinigung der Brüder ein Bekenntnis
zu ihrem Ursprung. Denn "trocken" im wahrsten Sinn des Wortes
hat bei den Schmitts in Randersacker eine lange Tradition. Als Mitglied
des VDP (Verband der Qualitäts- und Prädikats Weingüter)
arbeiten sie nach den Richtlinien des "Vereins der Naturwein
Versteigerer", der 1910 als Vorläufer diese Philosophie
begründete. Danach "dürfen (Natuweine) insbesondere
keinen Zucker oder Zuckerwasserzusatz erhalten haben".
"Trocken" ist ein Wein, wenn der Fruchtzucker nahezu vollständig
zu Alkohol vergoren ist. Verläuft die Gärung ohne Manipulation
oder natürliche Unterbrechung, ist das Ergebnis durchgegoren,
wie die Weine der "Trockenen Schmitts". Nach fränkischer
Art bedeutet trocken geringeren Restzucker als in den anderen deutschen
Weingebieten. Erlaubt das deutsche Weingesetz neun Gramm pro Liter,
so beschränken sich die Franken auf vier, die Schmitts erreichen
selten die Grenze von einem Gramm.
Dennoch überraschen ihre Weine selbst in schlechten Jahren, die
wenig Extraktzucker erbringen, mit Kraft, Struktur und sortentypischer
Frucht. Damit diese Eigenschaften zur vollen Entfaltung gelangen,
bedarf es wiederum einer unzeitgemäßen Tugend, des Wartens.
Denn erst nach zwei bis drei Jahren zeigen die Früchte der önologischen
Passion ihr Potenzial.
Bei den Schmitts steht der Charakter der Rebsorte an erster Stelle.
Um diesen natürlich herauszuarbeiten, muss sich der Winzer auf
den Verlauf des Jahres einstellen. Entsprechend sind Arbeiten im Weinberg
notwendig, um den Ertrag zu verringern und die Stöcke zu entlasten.
Auch im sonnenverwöhnten Jahr 2003 musste rechtzeitig ausgeschnitten
und die Begrünung in den Weinbergen niedrig gehalten werden.
Lediglich die Jungpflanzungen, deren Wurzeln noch nicht in tiefere
Schichten reichen, wurden bewässert. Auf der anderen Seite durfte
nicht zu spät gelesen werden, da die hohen Mostgewichte nur plumpe,
alkoholreiche Tropfen hervorgebracht hätten. So beschränkten
sich die Schmitts auf die Prädikatsstufen Kabinett und Spätlese.
- aus Esskapaden 2004/2005 Gastrokritiken
und Adressen
Bruno
Schmitt, Nachfolger seines legendären Onkels Robert, setzt
auf naturnahen Anbau, läßt alle Weine durchgären
und verzichtet auch in mageren Jahren auf die Anreicherung des
Mostes. Seine Weine brauchen Zeit, um ihre ganze Klasse zu zeigen.
- Der Feinschmecker
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Überdurchschnittlich viele Ärzte, Apotheker
und Diabetiker sind beim Weingut Trockene Schmitts unter den
Kunden und die empfehlen möglicherweise den "trockenen Schmitt"
weiter. So manchen Großauftrag eines Unternehmens zu Weihnachten
konnte er gar nicht annehmen, sagt der Winzer, die Fläche zu
erweitern, da ist nichts drin und den naturreinen Kurs aufzugeben,
mehr Wein zu erzeugen, komme für Ihn überhaupt nicht in Frage.
"Weil wir so geblieben sind, haben wir unsere Stammkunden und
keine Veranlassung, uns zu ändern".
- aus Wein & Küche in
Franken, Meininger-Verlag, Neustadt
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Randersacker - einer der bekanntesten Weinbauorte
Frankens. Heute hat die Gemeinde an die 3.500 Einwohner. Die
erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 779, also
aus der Zeit Karl des Großen. Die Fischer, Winzer und Steinmetze
haben das romantische Häckerdorf weit über die Landesgrenzen
hinaus bekannt gemacht.
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